Galgen Třebič
PositionLand/Region Kraj Vysočina, Bezirk Třebíč, Gemeinde Třebíč
33 N 565556 / 5452232 UTM/WGS84
BeschreibungObjektbeschreibung
Nur mehr die quadratische Fundamentmauer aus großen Bruchsteinen ist vom ehemaligen Galgen von Třebič (Trebitsch) erhalten. Der Innenraum in der stellenweise bis zu einen Meter hohen Mauer ist mit Erde verfüllt und eine Eingangstüre in der Mauer ist nicht erkennbar. Es ist daher nicht mit Sicherheit möglich zu entscheiden, ob der Innenraum früher, wie bei vielen anderen Galgen, leer war und die Mauer dazu diente Henker und Verurteilten von der Außenwelt zu trennen oder, so wie im heutigen Zustand, verfüllt war und als ein Art Podest (ähnlich einem Rabenstein bzw. einem Schafott) diente, auf dem der Scharfrichter vor den Blicken der versammelten Menge die Hinrichtungen vornahm. Weiters ist es nicht möglich eine sichere Aussage darüber zu treffen, wie hoch die Mauer ursprünglich war bzw. ob zwischenzeitlich Änderungen am Bodenniveau vorgenommen wurden, wie viele Säulen vorhanden und wie hoch diese waren. Auffallend ist jedoch die Ähnlichkeit, Form und Maße der Grundmauer betreffend, zu den Galgen in Vranov und Rožmberk. Das Bauwerk wurde zufällig bei Straßenbauarbeiten 1931 wiederentdeckt, wobei auch Reste menschlicher Knochen ausgegraben wurden1. Zudem wurden damals Reste einer Treppe gefunden, welche als Aufgang zur Richtstätte gedient haben soll, was für eine Podestform sprechen würde.

Historischer Kontext
Für das Hochgericht sind mehrere Hinrichtungen bzw. mehrere Hinrichtungsarten dokumentiert2: so wurde 1559 ein Dieb gehangen. 1571 sollte mit Jan Chromého genauso verfahren werden, allerdings war der Galgen in einem unbrauchbaren Zustand und die Balken morsch, weshalb der Deliquent auf eine andere Art hingerichtet wurde. Im selben Jahr wurden Maruše Šafránková wegen Kindsmord lebendig begraben und zwei andere Mörder gerädert. Das letzte Todesurteil wurde am 18. Oktober 1754 wegen Raubes über drei Hirten verhängt, welche enthauptet wurden.

Standort und Lage
Das Bauwerk liegt im Osten der Stadt in einem Winkel zwischen den Straßen Rafaelova und Samesova auf einem Hügel in einer zwischen Plattenbausiedlungen gelegenen kleinen Grünfläche. Der Hügel war früher von der nach Velké Meziříčí führenden Straße sowie einem von Třebič nach Ptačova verlaufenden Weg aus gut sichtbar.
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1 [Wojtu05; S. 39f]
2 [Wojtu05; S. 39f]

Literatur: [Wojtu05; S. 39f]
Bilder/Plan
08.10.201008.10.2010Planskizze

© Stefan Lefnaer 14.03.2015